Teilhabe - Best Practice

Aktionen

Hier sind einige gute Beispiele, wie ihr euch für „Teilhabe für alle!“ einsetzen könnt.

Projekt „Bochumer Ferienpate“

Ferienfreizeiten haben in der Jugendverbandsarbeit eine lange Tradition und bieten Gemeinschaftserlebnisse und Freiräume, die im alltäglichen Umfeld so nicht möglich sind. Freizeiten sorgen für die notwendige Erholung und sind wichtige Lernorte für Kinder und Jugendliche. Sie leisten einen Beitrag zur Sozialisation, zur Persönlichkeitsentwicklung und zum interkulturellen Lernen. Kinder und Jugendliche erleben eine Gemeinschaft mit Freiräumen und ohne Leistungsdruck. Sie können aktiv werden, selbst mitbestimmen und Angebote gemeinsam gestalten.

Die Zahl bedürftiger Familien nimmt auch in Bochum stetig zu. Für sie ist es nicht mehr möglich, Eigenanteile bei den Ferienfreizeiten ihrer Kinder zu finanzieren. Um eine soziale Ausgrenzung zu vermeiden, hat der Kinder- und Jugendring 2010 das Projekt „Bochumer Ferienpate“ auf den Weg gebracht. Mit Hilfe des Projektes werden Spendengelder eingeworben, um einkommensschwache Familien bei der Finanzierung der Eigenanteile für Freizeiten zu unterstützen.

In sieben Jahren sind über 250.000 € an Spendengeldern eingegangen. Damit konnte 1.723 Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an einer Jugendreise eines gemeinnützigen Trägers ermöglicht werden. 2016 konnten 311 Kinder und Jugendliche gefördert werden.

Under Construction

Unter der Federführung der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen NRW (AGOT NRW) beteiligten sich unter den insgesamt 15 Praxisprojekten drei Jugendverbände am Praxisentwicklungsprojekt „Under Construction“.
Die Evangelische Jugend in Essen, die Gender Bildungsstätte JAM der Pfadfinderinnenschaft St. Georg und die Evangelische Jugend in Köln und Umgebung entwickelten Konzepte, um ihre Praxis (noch) inklusiver zu gestalten und nahmen begleitend an mehreren Fortbildungsmodulen teil. Die jährliche Ferienfreizeit wurde barrierefrei gestaltet, das etablierte Juleica Camp wurde für junge Menschen mit Behinderungen geöffnet und die beliebten Tanz- und Theaterprojekte fanden in Kooperation mit einer inklusiven Trommel- und Theatergruppe statt.

Einige Verbände haben ihre Ausbildungen zur Jugendleiter_innen Card (Juleica) geöffnet und beziehen junge Menschen mit körperlichen, seelischen, geistigen oder Sinnesbeeinträchtigungen als Teamer_innen aktiv ein, zum Beispiel die evangelische Jugend. Eine schrittweise Öffnung hin zu mehr Teilhabe innerhalb der Verbandsstrukturen wird dabei angestrebt.
Exemplarisch für die Mitwirkung der Jugendverbände an strukturellen Veränderungen in NRWs Kommunen steht die Stadt Gütersloh. Hier beteiligte sich die Sozialistische Jugend – Die Falken (Kreisverband Gütersloh) zwei Jahre lang aktiv am Modellprojekt Inklusion in der Jugendförderung. Mittlerweile hat der Kreisverband der SJD- Die Falken eine Anerkennung als Träger innerhalb der Verhinderungspflege erhalten. So können zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder auf eine Ferienfreizeit der Falken schicken, die Kosten bei der Pflegeversicherung einreichen.

Filme und Dokumentationen zu einzelnen Inklusionsprojekten der Jugendverbände finden sich hier.