Nachhaltigkeit - zum Weiterlesen

Nachhaltigkeit für alle!

Entsprechend ihrem Selbstverständnis als außerschulische Bildungsakteure tragen die Mitgliedsverbände des Landesjugendrings NRW besonders zu einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung bei. Bildungsveranstaltungen und praxisorientierte Arbeitsmaterialien der Jugendverbände sensibilisieren sowohl Kinder und Jugendliche als auch Multiplikator_innen für globalisierte Produktions- und Handelsketten und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Zeit, die junge Menschen im Jugendverband verbringen, ermöglicht es ihnen, Selbstwirksamkeit zu erfahren und Ideen für eine nachhaltigere Zukunft zu entwickeln und umzusetzen.

So mischt der Landesjugendring NRW auch im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) auf Landesebene mit. In einem gemeinsamen Workshop mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) NRW und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) NRW im April 2016 haben Vertreter_innen der Verbände ihre Wünsche und Bedarfe artikuliert. So wurde etwa deutlich, dass die reguläre tagtägliche Arbeit der Jugendverbände ausreichend Zeit und eine verlässliche finanzielle Absicherung braucht, damit dort weiterhin qualitative BNE-Arbeit stattfinden kann. Diese Position vertrat der Landesjugendring NRW auch in seiner Stellungnahme zur BNE-Strategie.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Im Kontext der Nachhaltigkeitsbestrebungen des Landes NRW hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) NRW federführend die Landesstrategie "Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016 – 2020)" entwickelt. Das Kabinett hat diese im Januar 2016 verabschiedet. Die Strategie soll zu einer breiten und tiefen Verankerung von BNE in allen Bereichen des Bildungswesens in NRW führen.

Die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele in Deutschland und NRW
Auf der Rio+20-Konferenz haben die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) beschlossen. Neben sozialen wurden ökonomische sowie insbesondere ökologische Aspekte mit in die Entwicklungsagenda aufgenommen. Deutschland verknüpft diese weltweiten Ziele der Vereinten Nationen mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie, die im Zuge dessen überarbeitet wurde und wird. Die Neuauflage erschien im Oktober 2016.

In Nordrhein-Westfalen hat eine interministerielle Arbeitsgruppe eine Nachhaltigkeitsstrategie für NRW unter Federführung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) NRW entwickelt. Die Landesregierung hat die Strategie im Juni 2016 beschlossen und sich somit verpflichtet, die globalen Nachhaltigkeitsziele in NRW umzusetzen.
An den Beratungen hat der Landesjugendring NRW, neben anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren teilgenommen. Im Rahmen der jährlichen Nachhaltigkeitstagungen, in Form von Stellungnahmen und in Gesprächen haben Vorstand, Geschäftsstelle und Vertreter_innen aus den Mitgliedsverbänden die Jugendperspektive und die Bedeutung von Nachhaltigkeit für zukünftige Generationen sichtbar gemacht. Kritischer Konsum sowie gute und faire Arbeit und Ausbildungen stehen hier beispielhaft für Themen, zu denen junge Menschen etwas zu sagen haben.

Nachhaltigkeitsprüfung für Gesetze und Verordnungen
Ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie ist die neu eingeführte Nachhaltigkeitsprüfung für Gesetze und Verordnungen, die sich an den Zielen dieser Strategie orientiert. Auf Grundlage des § 2 Absatz 2 Satz 1 und des § 38 der Gemeinsamen Geschäftsordnung für die Ministerien des Landes Nordrhein-Westfalen sollen in Zukunft die Auswirkungen eines jeden Gesetzes- und Verordnungsentwurfes auf die nachhaltige Entwicklung geprüft werden. Die Prüfungsergebnisse sind im Gesetzesvorblatt und in der Gesetzesbegründung darzustellen und können damit auch zum Diskussionspunkt im parlamentarischen Verfahren werden. Wie die Nachhaltigkeitsprüfung zu erfolgen hat, ist in der Anlage 6 der GGO, dem Leitfaden „Rechtsetzung in Nordrhein-Westfalen“ dargestellt, insbes. im Punkt 4.6. Nachhaltigkeitsprüfung.
Prüfungsmaßstab sind die sogenannten Nachhaltigkeitspostulate der Nachhaltigkeitsstrategie mit den ihnen zugeordneten Zielen und Indikatoren. 

Der Landesjugendring NRW begrüßt den Beschluss der Landesregierung, da der Grundgedanke der Nachhaltigkeitsprüfung dem „Jugendcheck“ ähnlich ist. Der Landesjugendring NRW diskutiert seit 2013 die Instrumente einer einmischenden Jugendpolitik und betont auch 2017, dass der Jugendcheck ein zentraler Baustein ist, um Politik im Sinne junger Menschen nachhaltig zu verändern.