Gegen Rechts - zum Weiterlesen


Jugendliche als Zielgruppe der rechten Szene

Jugendliche sind seit mehreren Jahren die wichtigste Zielgruppe der rechten Szene. Rechte Gruppierungen haben eine „Erlebniswelt“ geschaffen, die u.a. Musik und die sozialen Netzwerke im Internet zur Verbreitung extrem rechter Inhalte nutzt. Bei vielfältigen Freizeitangeboten werden gefährliche ideologische Botschaften vermittelt. Menschenverachtendes Gedankengut ist dabei nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, da es vielfach eher unverdächtig, zweideutig oder zurückhaltend geäußert wird.

Was sind menschenverachtende Einstellungen?
Extrem rechtes Denken und Handeln ist weder ein Jugend- noch ein Randphänomen. Es ist vielmehr die Zuspitzung rassistischer, nationalistischer und antidemokratischer Tendenzen in der Gesellschaft. Antisemitismus, Antiziganismus, antimuslimischer Rassismus, Sexismus, Homophobie und die Verharmlosung und/oder Verherrlichung des Nationalsozialismus sind gesellschaftlich weit verbreitet. Das zeigen auch die Langzeitstudien der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Bielefelder Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Zahlen und Fakten zu rechter Gewalt in NRW
Im Jahr 2016 ist das Ausmaß rechter und rassistischer Gewalt sehr hoch. Die politisch rechts, rassistischen und antisemitisch motivierten Straftaten in NRW sind im Laufe der vergangenen Jahre kontinuierlich angestiegen. Für das Jahr 2015 zählte die Opferberatung Rheinland bisher 279 politisch rechtsmotivierte Gewalttaten mit 452 direkt betroffenen Personen in NRW. Mindestens 365 Menschen wurden körperlich angegriffen und zum Teil schwer(st) verletzt. Ein Großteil dieser Gewalttaten war rassistisch motiviert. Auch die Zahl der rechtsmotivierten Straftaten gegen Unterkünfte für Geflüchtete ist aufgrund der zunehmenden Hetze gegen Geflüchtete deutlich gestiegen.

Was ist Rechtspopulismus?
Rechtspopulist_innen versuchen durch rassistische Reaktionen auf aktuelle Migrationsbewegungen Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse zu gewinnen. Hierbei werden Geflohene, Migrant_innen und Menschen muslimischen Glaubens als Bedrohung für die Gesellschaft diffamiert. Auch in bürgerlichen Kreisen werden Ängste geschürt, u.a. vor Gewalt und Terror. Hierdurch werden zum Teil Themen und Meinungen salonfähig, die auf den ersten Blick wie eine demokratische Meinungsäußerung erscheinen, jedoch im Kern rassistisch sind und die Menschenrechte verletzen.

Literatur:

Menschenverachtende Einstellungen

Zick, Andreas u.a. (2014): Fragile Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2014, Bonn.

Vgl. Decker, Oliver u.a. (2016): Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland

Rechtsextremismus in NRW

IDA-NRW (2012): Rechtsextremismus - War da was? Informationen zur extremen Rechten in NRW und Anregungen für die pädagogische Praxis, Düsseldorf

Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.(2013): Rechts oder was? Rechte Musik, Symbole und Organisationen - eine Informationsbroschüre mit lokalem Bezug

Rechtspopulismus und AFD in NRW

Mobim-Analysen (2016): "Schwarz-Rot-Gold ist bunt genug?" Die Alternative für Deutschland im Regierungsbezirk Münster – Politische Positionen, Organisation und Auftreten einer rechtspopulistischen Partei

Rechte Codes & Symbole

Kein Raum für Rechts

Hate Speech

Amadeu-Antonio-Stiftung: "Geh sterben!" - Hate Speech und Kommentarkultur im Internet

Amadeu-Antonio-Stiftung: Hetze gegen Flüchtlinge in Sozialen Medien - Handlungsempfehlungen